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Kunst und Kultur
Art Gallery of Ontario (AGO)

Die Art Gallery of Ontario, kurz AGO, gehört zu den größten Kunstmuseen Nordamerikas und befindet sich in der Innenstadt von Toronto. Gegründet wurde sie bereits 1900 unter dem Namen Art Museum of Toronto. 1919 erfolgte die Umbenennung zur Art Gallery of Toronto, ehe das Museum 1966 schließlich seinen heutigen Namen erhielt.

Heute umfasst die Sammlung der AGO mehr als 120.000 Kunstwerke aus unterschiedlichen Epochen und Teilen der Welt. Einen besonderen Schwerpunkt bilden Werke kanadischer und indigener Künstler sowie die umfangreiche Sammlung der Group of Seven. Daneben finden sich europäische Meisterwerke, zeitgenössische Kunst, Fotografien, Skulpturen und wechselnde Sonderausstellungen. Damit reicht das Angebot von historischen Arbeiten bis zu moderner und experimenteller Kunst.

Auch das Gebäude selbst gehört inzwischen zu den Wahrzeichen der Torontoer Kulturszene. Im Jahr 2008 wurde eine umfassende Erweiterung nach Entwürfen des in Toronto geborenen Architekten Frank Gehry eröffnet. Charakteristisch sind seitdem vor allem die geschwungene Glasfassade entlang der Dundas Street, die Verwendung von Douglasienholz und die markanten spiralförmigen Treppen im Inneren.
Royal Ontario Museum (ROM)

Das Royal Ontario Museum, kurz ROM, gehört zu den größten Museen Kanadas und befindet sich im Zentrum von Toronto. Gegründet wurde es 1912 und öffnete zwei Jahre später erstmals seine Türen. Anders als klassische Kunstmuseen verbindet das ROM gleich mehrere Bereiche miteinander und widmet sich sowohl Kunst und Kultur als auch der Naturgeschichte. Dadurch reicht das Angebot von historischen Artefakten und archäologischen Funden bis hin zu Fossilien, Mineralien und Dinosaurierskeletten.

Die umfangreichen Sammlungen beschäftigen sich mit Kulturen und Epochen aus aller Welt. Zu sehen sind unter anderem Exponate aus dem alten Ägypten, Griechenland und Rom, Kunst und Alltagsgegenstände verschiedener indigener Kulturen sowie bedeutende Sammlungen aus Ostasien, Afrika und dem Nahen Osten. Ergänzt werden die Dauerausstellungen regelmäßig durch wechselnde Sonderausstellungen.

Besonders auffällig ist auch die Architektur des Museums. Seit 2007 prägt der sogenannte Michael Lee-Chin Crystal das Erscheinungsbild des ROM. Der kantige Anbau aus Glas und Aluminium wurde vom Architekten Daniel Libeskind entworfen und bildet einen deutlichen Kontrast zum historischen Museumsgebäude.
TIFF Lightbox

Das TIFF Lightbox ist eines der wichtigsten Zentren für Filmkultur in Toronto und befindet sich im Entertainment District an der King Street West. Eröffnet wurde das Gebäude 2010 als ganzjähriger Hauptsitz des Toronto International Film Festival, kurz TIFF. Das Festival selbst wurde bereits 1976 gegründet und zählt heute zu den bekanntesten internationalen Filmfestivals. Jedes Jahr im September werden in Toronto Produktionen aus Kanada und aller Welt gezeigt.

Das TIFF Lightbox verfügt über fünf Kinosäle und bietet weit mehr als die Veranstaltungen während des Festivals. Über das gesamte Jahr hinweg stehen aktuelle Filme, internationale Produktionen, Retrospektiven und selten gezeigte Archivfilme auf dem Programm. Ergänzt wird das Angebot durch Gespräche mit Filmschaffenden, Workshops, Ausstellungen und weitere Veranstaltungen rund um Film und Kino.

Besondere Bedeutung hat TIFF auch für die internationale Filmbranche. Das Festival bringt jährlich Filmschaffende, Presse und Publikum in Toronto zusammen und gilt insbesondere für Produktionen, die im weiteren Verlauf der Awardsaison Aufmerksamkeit erhalten, als wichtige Plattform. Trotzdem richtet sich TIFF nicht ausschließlich an Fachpublikum: Viele Vorführungen und Veranstaltungen sind regulär für Besucher zugänglich, wodurch Filmfans die Möglichkeit haben, neue Produktionen teilweise noch vor ihrem regulären Kinostart zu sehen.
Four Seasons Centre for the Performing Arts

Das Four Seasons Centre for the Performing Arts ist eines der bedeutendsten Veranstaltungsgebäude für Oper und Ballett in Toronto. Es befindet sich an der Kreuzung von Queen Street West und University Avenue und wurde 2006 eröffnet. Das Gebäude war das erste in Kanada, das eigens für Oper und Ballett entworfen wurde. Heute ist es die feste Heimat der Canadian Opera Company und zugleich die zentrale Spielstätte des National Ballet of Canada.

Der große Theatersaal bietet Platz für rund 2.000 Besucher und wurde insbesondere mit Blick auf eine möglichst hochwertige Akustik konzipiert. Eine flexible Orchestergrube ermöglicht sowohl kleinere Produktionen als auch große Opernwerke mit Orchestern von mehr als 100 Musikern. Neben klassischen Opern von Mozart, Verdi oder Wagner stehen regelmäßig moderne Inszenierungen sowie klassische und zeitgenössische Ballettproduktionen auf dem Programm.

Entworfen wurde das Four Seasons Centre vom Torontoer Architekturbüro Diamond Schmitt Architects. Charakteristisch für das Gebäude ist die großflächige Glasfassade, durch die Teile des Innenraums von der Straße aus sichtbar sind. Zum Komplex gehört außerdem das Richard Bradshaw Amphitheatre, in dem unter anderem kleinere Konzerte, Vorträge und Veranstaltungen stattfinden. Durch seinen modernen Aufbau bildet das Opernhaus einen bewussten Kontrast zu vielen klassischen, historisch gestalteten Opernhäusern.
Elgin & Winter Garden Theatres

Die Elgin & Winter Garden Theatres gehören zu den bekanntesten historischen Theaterstätten Torontos und befinden sich an der Yonge Street im Zentrum der Stadt. Der Komplex wurde 1913 nach Plänen des Architekten Thomas W. Lamb errichtet und war ursprünglich das kanadische Flaggschiff der Vaudeville-Theaterkette von Marcus Loew. Das Besondere daran: Die beiden großen Theatersäle wurden direkt übereinander gebaut. Heute gelten sie als der letzte noch betriebene Theaterkomplex dieser Art weltweit.

Die beiden Säle unterscheiden sich deutlich voneinander. Das Elgin Theatre, ursprünglich Loew’s Yonge Street Theatre genannt, ist geprägt von vergoldeten Verzierungen, Logen und einem klassisch-eleganten Erscheinungsbild. Das darüberliegende Winter Garden Theatre wurde dagegen wie ein fantasievoller Dachgarten gestaltet. Bemalte Wände, als Baumstämme gestaltete Säulen, echte Buchenzweige und Laternen an der Decke verleihen dem Saal seine ungewöhnliche Atmosphäre.

Nachdem das Winter Garden 1928 geschlossen worden war, blieb es mehr als fünf Jahrzehnte ungenutzt. 1981 übernahm der Ontario Heritage Trust den Gebäudekomplex und ließ beide Theater umfassend restaurieren. Seit ihrer Wiedereröffnung 1989 dienen sie wieder als Veranstaltungsorte für Theaterproduktionen, Musicals, Oper, Ballett und weitere kulturelle Veranstaltungen. Zusätzlich werden Führungen angeboten, bei denen auch die Geschichte und Architektur des als National Historic Site ausgezeichneten Komplexes im Mittelpunkt stehen.
Harbourfront Centre

Das Harbourfront Centre ist ein großes Kultur- und Freizeitzentrum direkt an der Waterfront von Toronto. Seine Wurzeln reichen bis in die 1970er-Jahre zurück, als ehemalige Industrieflächen am Ufer des Lake Ontario für die Öffentlichkeit erschlossen wurden. Heute erstreckt sich das Gelände über rund zehn Acres und verbindet Kunst, Kultur, Bildung und Freizeit miteinander. Als gemeinnützige Organisation bietet das Harbourfront Centre ganzjährig Veranstaltungen und Programme für unterschiedliche Altersgruppen an.

Das kulturelle Angebot ist besonders vielseitig. Auf dem Gelände finden Konzerte, Theater- und Tanzaufführungen, Kunstausstellungen, Filmvorführungen, Workshops und Festivals statt. Dabei erhalten sowohl etablierte als auch aufstrebende kanadische und internationale Künstler eine Bühne. Viele Veranstaltungen finden im Sommer unter freiem Himmel statt und ein Teil des Programms kann kostenlos besucht werden.

Zum Harbourfront Centre gehören mehrere Veranstaltungsräume, Galerien und Außenflächen direkt am Wasser. Durch seine Lage am Queens Quay ist das Gelände nicht nur ein Kulturzentrum, sondern auch ein beliebter Treffpunkt an Torontos Waterfront. Besonders während der Sommermonate prägen Live-Musik, Festivals und Veranstaltungen am See das Programm und machen das Harbourfront Centre zu einem der vielseitigsten Kulturorte der Stadt.